Zwischen rosarot und schwarz-weiß

Ein Projekt aus dem Tätigkeitsfeld Diagnostizieren und Therapieren

Haben Sie schon einmal etwas durch die rosarote Brille gesehen? Täglich schwirren uns Wörter und Ausdrücke im Kopf herum, die uns unbewusst im Alltag auf der Zunge liegen und mit denen wir beim Artikulieren unserer Gefühle den Nagel auf den Kopf treffen. Denn durch sie können wir unsere Emotionen oft besser an den Mann beziehungsweise die Frau bringen und unsere inneren Zustände zielgerichteter und effizienter ausdrücken. Die Schlüssel dazu sind Metaphern und sprachliche Bilder. 

Um innere Zustände und mentale Empfindungen sprachlich zu äußern, werden sie mit verschiedensten Mitteln verbalisiert. Dies geschieht mit unterschiedlichen sprachlichen Mitteln und Verfahren, wie beispielsweise durch prosodische Mittel, grammatische Formen, lexikalische oder figurative Mittel, wie zum Beispiel Metaphern. Wie bereits gesagt, werden Metaphern häufig im Alltag verwendet. Allerdings sind sie zugleich die komplexeste Weise, um die eigenen Emotionen sprachlich zu transportieren und deshalb braucht es die Angewandte Linguistik, um dem Ganzen auf den Grund zu gehen.

Verarbeitung von bildlicher Sprache bei Patientinnen und Patienten mit Depressionen

Depressive Verstimmungen und Depressionen äußern sich auf vielfältige Weise, unter anderem durch eine Verringerung von Interesse, Motivation und Vergnügen. Da Sprache und emotionales Erleben stark miteinander verknüpft sind, kann die Hypothese aufgestellt werden, dass Menschen mit Depressionen bei der Verarbeitung von figurativer Sprache Schwierigkeiten bis hin zu Funktionsstörungen haben könnten. Dabei ist die Versprachlichung von Emotionen eine lebensweltliche Schlüsselkompetenz, bei der solche Funktionsstörungen den Alltag erheblich beeinträchtigen könnten. Daraus entsteht die Notwendigkeit für Angewandte Linguistinnen und Linguisten, diese Annahme wissenschaftlich zu erforschen beziehungsweise zu überprüfen, um aus den Ergebnissen innovative Impulse für diagnostische und therapeutische Verfahren zu gewinnen. Dieser Aufgabe widmet sich das Projekt “Durch die rosarote Brille gesehen: Die neuronale Verarbeitung sprachlicher Ausdrücke für innerpsychische Zustände mit figurativen und nicht-figurativen Mitteln”.

Am Projekt sind maßgeblich Prof. Dr. Christina Kauschke sowie Prof. Dr. Arne Nagles und Nadine Müller beteiligt, die interdisziplinär die Bereiche Logopädie, Linguistik und Psychologie vertreten. Es wurde, finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz auf die Beine gestellt, startete im Dezember 2017 und wird, nach achtzehnmonatiger Verlängerung, voraussichtlich im September 2022 abgeschlossen sein. Als grundlegendes Korpus des Projekts dient die MIST-Datenbank (Metaphors for Internal State Terms). Diese stellt eine Sammlung kontrollierter Stimuli für experimentelle Metaphernforschung bereit. 

Zwei methodische Ansätze: Satzvervollständigung und Sprachproduktion

Im Zentrum des Projekts stehen Patientinnen und Patienten mit einer klinischen Depression sowie deren Nutzung und Verarbeitung von Metaphern und anderer bildlicher Sprache für Gefühle und mentale innere Zustände. Alle beteiligten Patientinnen und Patienten der Studie haben Depressionen nach den ICD-10 Kriterien und nehmen zudem Antidepressiva oder Stimmungsaufheller. Um Vergleiche ziehen zu können, gibt es eine Kontrollgruppe, bestehend aus Personen ohne diagnostizierte Depressionen. Außerdem sind alle Teilnehmenden Muttersprachlerinnen und -sprachler des Deutschen. Beim methodischen Aufbau des Forschungsprojektes werden zwei verschiedene Ansätze verfolgt. Bei der ersten Aufgabe müssen die Teilnehmenden Sätze vervollständigen. Die Sätze können nach vier alternativen Möglichkeiten ergänzt werden. Diese werden anhand des folgenden Beispiels exemplarisch dargestellt:

“Sie stieg in das fremde Auto. Das war …”

blauäugig → angemessene bildliche Vollendung des Satzes

naiv → angemessene wörtliche Vollendung des Satzes

wachsam → unabhängige Ablenkung

primitiv → in der Nähe der semantischen Ablenkung

Als Ergebnis dieser ersten Aufgabe muss festgehalten werden, dass sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen feststellen ließen. Beide bevorzugten wörtliche Ausdrücke (ca. 60%) gegenüber Metaphern (40%) bei der Ergänzung der Sätze. 

Im zweiten Experiment wird die Sprachproduktion der Teilnehmenden angeregt. Hierbei stellten sich eine neue Gruppe von Patientinnen und Patienten mit Depressionen nach ICD-10 Kriterien und eine Kontrollgruppe aus Teilnehmenden ohne Depressionen der Aufgabe, Sprache eigenständig zu produzieren. Um die Sprachproduktion auszulösen, wurde der thematische Apperzeptionstest (TAT) verwendet. Dieser wurde bereits 1936 entwickelt und wird noch immer als Persönlichkeitstest oder in der Motivationspsychologie genutzt. Die Anforderung des Tests besteht darin, mehrdeutige und emotional geladene schwarz-weiße Bilder sprachlich zu beschreiben.

Im Projekt mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer innerhalb von drei Minuten zu sieben von vierzehn Bildern, die willkürlich ausgewählt wurden, ihre eigenen Assoziationen äußern. Bei Bedarf griff der Interviewende unterstützend ein.  Das Experiment ergab, dass die Sprachproduktion bei der Gruppe von Patientinnen und Patienten geringer war. Die Verbalisierung innerer Zustände unterschied sich bei genauer Analyse der Ergebnisse allerdings nicht. Beide Gruppen zeigten einen ähnlichen Gebrauch von Metaphern. Auffällig war allerdings, dass bei der Gruppe der depressiven Teilnehmenden weniger positiv über innere Zustände gesprochen wurde.

Von den empirischen Ergebnissen zum praktischen Nutzen

Obwohl sich die eingangs formulierte Annahme nicht vollumfänglich bestätigt hat, liegt der Zugewinn des Projekts vor allem in der Erforschung von Sprache, Versprachlichungsstrategien und emotionalem Erleben. Durch das Projekt sollen Kenntnisse über die Nutzung und Repräsentation figurativer Sprache im Gehirn erzielt werden. Zudem soll Wissen über neurobiologische Grundlagen der Sprachverarbeitung und der inneren Emotionszustände gesammelt werden. Zum einen können durch die Ergebnisse des Projekts perspektivisch neue Ansätze in der Therapie geschaffen werden, zum anderen können sie klinisch für eine zielgruppengerechte Aufklärungsarbeit sowie für den gezielten Einsatz von Metaphern in Therapien genutzt werden. So sind Angewandte Linguistinnen und Linguisten daran beteiligt, Forschungsergebnisse zu generieren und auf dieser Basis innovative Therapiekonzepte zu entwickeln.

Die Autorinnen:

Yvonne Luksch … studiert Gymnasiallehramt mit den Fächern Deutsch, Geschichte und Sozialkunde und möchte durch die Vermittlung von Sprache das Interesse der Schülerinnen und Schüler an der deutschen Literatur und Kultur wecken.

Friederike Schmidtmann  … studiert Gymnasiallehramt mit den Fächern Deutsch, Geschichte und Sozialkunde mit dem Ziel, Schülerinnen und Schülern Deutsch so alltagsnah wie möglich zu vermitteln.

Franziska Schulte  … studiert Gymnasiallehramt mit den Fächern Deutsch und Geschichte und arbeitet gleichzeitig als Hilfskraft am Lehrstuhl für Sprachwissenschaft. Sie hatte so viel Freude beim letzten Blogprojekt, dass sie auch bei dieser nächsten Runde dabei sein wollte!

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Sprache lernen – Sprache leben

Angewandte Linguistik und das Tätigkeitsfeld Diagnostizieren und Therapieren. Ein Interview mit der Sprachheilpädagogin und Sprachtherapeutin Martina Barthold.

16.000 Wörter sprechen wir durchschnittlich pro Tag. 16.000 Wörter, die uns Menschen miteinander verbinden, unsere Beziehungen zueinander vereinfachen und das alltägliche Leben in einer Gesellschaft ermöglichen.

Doch es gibt einige Personengruppen, denen das Sprechen deutlich schwerer fällt: In Deutschland leidet jedes dritte Kind im Vorschulalter an einer Sprachstörung und auch Erwachsene haben mit Einschränkungen verschiedener Schweregrade zu kämpfen. Doch zum Glück können hier wieder Linguistinnen und Linguisten helfen!

Erkennen und Handeln

Manchmal haben Eltern den Eindruck, dass die Sprachentwicklung ihres Kindes anders verläuft als die der Gleichaltrigen. Bisweilen bedarf es aber auch des geschulten (und behutsamen) Rates von Erzieherinnen, Erziehern oder Ärztinnen und Ärzten, um Eltern auf Sprachentwicklungsstörungen ihrer Kinder aufmerksam zu machen. Doch auch bei Erwachsenen lassen sich Störungen in der Sprech- und Sprachanwendung feststellen. Dabei können die Ursachen beispielsweise ein Schlaganfall, ein Schädel-Hirn-Trauma oder andere Phänomene sein, welche durch medizinisches Fachpersonal erkannt werden müssen. Hier helfen Angewandte Linguistinnen und Linguisten bei der Erfassung der Sprachprobleme: Handelt es sich um Aussprache- oder Wortschatzprobleme? Welche Laute und Wortkategorien sind betroffen?

Besonders die klinische Linguistik wirkt an der Diagnostik von Sprachstörungen mit, aber auch die Psycho- und Neurolinguistik spielen in der Forschung eine große Rolle. Bei der Diagnose greifen die Sprach- und Sprechexpertinnen und -experten dann auf Forschungsergebnisse aller linguistischen Teildisziplinen von Phonologie über Syntax bis hin zur Lexik zurück.

Über die Diagnose zur Therapie

Sowohl als Unterstützung bei einer Diagnose, als auch beim Erstellen einer Sprachtherapie, sind Angewandte Linguistinnen und Linguisten gefragt. Bei der Entwicklung einer Therapie muss konkretisiert werden, auf welche Sprachsystemebenen sich die Störung bezieht, und es müssen dementsprechend Therapieeinheiten erstellt werden. Um die Erfolgsaussichten noch weiter zu steigern, werden die von Linguistinnen und Linguisten mitentwickelten Therapien von speziell geschulten medizinisch-therapeutischen Berufsgruppen wie Logopädinnen und Logopäden oder Sprachheiltherapeutinnen und -therapeuten durchgeführt.

Anwendungsbereich Sprachheiltherapie

Um nun einen realistischen Einblick in das Tätigkeitsfeld Diagnostizieren und Therapieren zu bekommen, hat Martina Barthold einige Fragen rund um ihren interessanten Beruf beantwortet. Sie arbeitet als Sprachheilpädagogin und Sprachtherapeutin und promoviert momentan zu sprechmotorischen Störungen. Wir haben sie nach den Aufgaben als Sprachtherapeutin, den häufigsten Diagnosen und möglichen Behandlungsmethoden sowie Erfolgen einer Therapie gefragt.

Interview mit Sprachtherapeutin Martina Barthold

Was genau macht deinen Arbeitsbereich aus?

Im Wesentlichen umfasst mein Arbeitsbereich Tätigkeiten, die auch LogopädInnen ausführen. Dazu gehören die Diagnostik und Therapie von Sprech-, Sprach, Stimm- und Schluckstörungen im Kindes- und Erwachsenenalter, auch die Beratung und Anleitung von Angehörigen kann Bestandteil der Tätigkeit sein.

Die Aufgaben von SprachtherapeutInnen sind sehr vielfältig, viele unterschiedliche Arbeitsbereiche und Arbeitsorte sind möglich. Ein großer Anteil der Beschäftigten dieser Berufsgruppe arbeitet in niedergelassenen logopädischen Praxen. Ich hingegen arbeite zum einen in einer Schule und der dazugehörigen schulvorbereitenden Einrichtung für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung. Die Kinder und Jugendlichen werden einzeln aus dem Kindergarten/der Klasse geholt und bekommen meist einmal die Woche eine Stunde Einzeltherapie.

Ein sehr großer und komplexer Bereich! Welche Diagnosen und Einschränkungen treten denn häufig auf?

Bei Kindern ist das häufigste Störungsbild eine „Spezifische Sprachentwicklungsstörung (SSES)“. Diese kann Störungen in den Bereichen Aussprache (Phonetik und Phonologie), Semantik/Lexikon, Grammatik und/oder im pragmatischen Bereich der Sprache umfassen. Bei Erwachsenen treten häufig Sprech-, Sprach- und Schluckstörungen mit neurologischer Ursache auf, zum Beispiel als Folge eines Schlaganfalls oder auch aufgrund von Erkrankungen wie beispielsweise Parkinson.

Welche Methoden der Therapie gibt es in solchen Fällen? Kannst du ein bestimmtes Beispiel nennen?

In der Einrichtung, in der ich arbeite, wird beispielsweise häufig mit der Methode der „Neurofunktionellen Reorganisation“ nach Beatrix Padovan gearbeitet. Dabei handelt es sich um eine ganzheitliche Therapiemethode, die sich besonders für Kinder mit kognitiven Defiziten eignet. Ziel ist es dabei, das Nervensystem und somit auch das Sprachsystem neu zu organisieren und auf diese Weise bestimmte Funktionen zum Reifen zu bringen.

Bei Kindern mit normalen kognitiven Fähigkeiten wird oft die „Patholinguistische Therapie bei Sprachentwicklungsstörungen (PLAN)“ nach Siegmüller und Kauschke durchgeführt. Diese Methode ist ein Baukastensystem und bietet Übungsmöglichkeiten für die sprachlichen Bereiche Phonologie, Grammatik und Semantik/Lexikon.

Wer mehr zur Sprachtherapie nach PLAN erfahren möchte, dem empfehlen wir unseren #galwue21-Blogbeitrag „Wenn das Sprechen schwerfällt…“ von Magdalena Belz und Franziska Schulte!

Wann kann man eigentlich von einer „erfolgreichen“ Therapie sprechen?

Ein kurzfristiges Ziel im Bereich Aussprache kann zum Beispiel die Behebung einer Lautersetzung sein, wenn also ein Kind einen Laut im Wort durch einen anderen Laut ersetzt (z.B. sagt es „Tanne“ statt „Kanne“ oder „leise“ statt „Reise“). Kann das Kind dann den Ziellaut korrekt realisieren, ist das ein Therapieerfolg.

Langfristiges Ziel einer Sprachtherapie ist es jedoch immer, die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen und damit die Lebensqualität der PatientInnen zu steigern. Dies kann zum Beispiel dadurch erreicht werden, dass die Verständlichkeit eines Patienten wiederhergestellt wird und somit auch seine Kommunikationsfähigkeit. Ein anderes Beispiel wäre die Wiederherstellung der Schluckfunktion bei einer Dysphagie. Wenn eine Person nach der Schlucktherapie wieder alle Konsistenzen schlucken kann, ist das ein großer Erfolg: es ermöglicht ebenfalls gesellschaftliche Partizipation, z.B. kann die Person wieder ein Restaurant besuchen.

[Interview leicht gekürzt]

„Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen“. Das nennt Martina Barthold als oberstes Ziel und größten Erfolg einer Sprachtherapie. Therapie soll also die Kommunikation ermöglichen und stärken, denn jedes Gespräch, jeder Satz, jedes Wort verbindet uns Menschen miteinander. Im Bereich Diagnostizieren und Therapieren ist es Aufgabe und oberstes Ziel, Menschen das Kommunizieren zu ermöglichen und somit Sprache zu lernen und Sprache zu leben. Wie wichtig also die Rolle der Angewandten Linguistik für unseren Alltag ist, zeigt sich hier wohl mehr als deutlich!

Über die Autorin und den Autor:

Lena Kettritz

… studiert im sechsten Semester Gymnasiallehramt mit den Fächern Deutsch und Sport und möchte ihren Schülerinnen und Schülern später im Unterricht die schönen Seiten unserer Sprache nahebringen.

Konstantin Flierl

… studiert im sechsten Semester Gymnasiallehramt mit den Fächern Deutsch und Geographie und möchte bei seinen Schülerinnen und Schülern das Interesse für die eigene und alltägliche Sprache wecken.

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Ein Wörterbuch ohne Wörter?

DW-DGS. Digitales Wörterbuch der Deutschen Gebärdensprache – Ein Projekt aus dem Tätigkeitsfeld Lehren

Heutzutage findet man für alles ein Wörterbuch, wenn man danach sucht. Ob für Dialektwörter, Katzensprache oder erfundene Sprachen wie Elbisch oder Klingonisch – für sie alle gibt es verschiedene Nachschlagewerke. Die Fülle an Wörterbüchern scheint schier unendlich groß und sicher haben auch Sie schon einmal eines in Ihrem Alltag verwendet! Es gibt jedoch eine Sprache, der ein umfangreiches, korpusbasiertes Wörterbuch fehlt – die deutsche Gebärdensprache. Kaum zu glauben, oder? Das haben sich auch Angewandte Linguistinnen und Linguisten gedacht und sich daran gemacht, bei der Schließung dieser Lücke zu unterstützen.

Gebärdensprachen sind visuell-manuelle, natürliche Sprachen von derselben Komplexität wie gesprochene Sprachen. Die Gebärden verbinden Gestik, Mimik und das Mundbild von lautlos gesprochenen Wörtern sowie Wechsel der Körperhaltung und werden insbesondere von nicht-hörenden und schwerhörenden Menschen zur Kommunikation genutzt. Gebärdensprachen verfügen über einen umfassenden Wortschatz und folgen ihrer eigenen Grammatik. Dabei werden, wie in gesprochenen und geschriebenen Sprachen, Elemente (hier die Gebärden) zu Sätzen und Satzfolgen zusammengefügt. Es gibt jedoch nicht die eine Gebärdensprache, sie unterscheiden sich weltweit und auch innerhalb einzelner Länder als Dialekte.

Wie wird das DW-DGS erstellt?

Ziel des Projekts ist die Erstellung eines Digitalen Wörterbuchs der deutschen Gebärdensprache (DW-DGS), das nicht auf der deutschen Lautsprache beruht, sondern auf den Gebärden selbst. Dazu arbeiten Linguistinnen und Linguisten mit Mitgliedern anderer Fachbereiche, gehörlos oder hörend, zusammen. Das Wörterbuch dokumentiert und erklärt, wie Nutzerinnen und Nutzer der deutschen Gebärdensprache in ihrem Alltag kommunizieren.

Dafür wurde zunächst das DGS-Korpus erstellt, das aus Beispielen besteht, die zeigen sollen, wie die Sprache im alltäglichen Gebrauch verwendet wird. Um dieses Korpus zu erstellen, wurden für das Projekt in ganz Deutschland Freiwillige befragt, die die deutsche Gebärdensprache verwenden. Die Freiwilligen wurden gefilmt, während sie sich zum Beispiel über vorgegebene Themen unterhalten oder Bildergeschichten nacherzählt haben. Das Videomaterial wurde dann von Linguistinnen und Linguisten ausgewertet. Dabei wurden auch regionale Unterschiede mit einbezogen, um ein möglichst genaues Ergebnis zu erzielen und ein größeres Verwendungsspektrum zu bieten.

Der Willkommensgruß des DW-DGS in Gebärdensprache! Hier wird zudem auf die (noch) Unvollständigkeit des Wörterbuchs hingewiesen. (Video von der Projekthomepage)

Wie funktioniert das Wörterbuch?

Das DW-DGS ist in erster Linie ein einsprachiges Wörterbuch, welches als Nachschlagewerk für alle fungiert, die sich für Gebärdensprache interessieren, diese in ihrem Alltag nutzen, sie lehren oder lernen wollen. Dabei werden die Gebärden in Videos gezeigt und ihre Verwendung erklärt. Es gibt jedoch auch eine Beschreibung der Gebärden in deutscher Sprache und eine Suchfunktion für diese deutschen Wörter. Daher hat das DW-DGS mehrsprachigen Charakter und ist keineswegs ein Wörterbuch ohne Wörter, sondern eins mit Gebärden und den zugehörigen Wörtern. 😉

Um eine reibungslose Nutzung garantieren zu können, braucht es unter anderem Spezialistinnen und Spezialisten der Lexikographie, also Linguistinnen und Linguisten, die sich mit Wörterbüchern, ihrem Aufbau und der Online-Nutzung beschäftigen. Für diese Nutzung wurden Befragungen unter Usern durchgeführt sowie stetig um Feedback gebeten.


So sieht ein vorläufiger Wörterbucheintrag einer Gebärde im DW-DGS aus! (Abbildung von der  Projekthomepage)

An wen genau richtet sich das DW-DGS?

Grundsätzlich ist das online verfügbare Wörterbuch natürlich für jede und jeden zugänglich. Das Augenmerk liegt aber vor allem auf Menschen, welche die deutsche Gebärdensprache als ihre Muttersprache nutzen. Außerdem ist es für fortgeschrittene Lernerinnen und Lerner geeignet sowie für Personengruppen, die sich sowohl in der Theorie als auch in der Praxis mit der Struktur und der Verwendung der deutschen Gebärdensprache befassen. Zu diesem Personenkreis zählen beispielsweise DGS-Dozierende, Gebärdensprachdolmetscherinnen und -dolmetscher aber auch Linguistinnen und Linguisten allgemein.

Darüber hinaus richtet es sich unter anderem an Eltern gehörloser Kinder, Hörende, die beispielsweise mit Gehörlosen zusammenarbeiten sowie an Spätertaubte. Um die Kommunikation zwischen Hörenden und Nicht-Hörenden zu verbessern, lohnt sich ein Blick in das DW-DGS aber sicherlich für alle!

Wer stellt das DW-DGS überhaupt auf die Beine?

So ein großes Langzeitprojekt (immerhin läuft es seit 2009!) muss von vielen Mitarbeitenden getragen werden. Das Team rund um das DW-DGS setzt sich sowohl aus gehörlosen als auch aus hörenden Mitwirkenden zusammen. Gemeinsam arbeiten sie für dieses Akademieprojekt am Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser an der Universität Hamburg. Teil dieses großen Teams sind zudem Angewandte Linguistinnen und Linguisten. Diese kümmern sich lexikographisch um die bereits genannte Korpus- und Wörterbuchgestaltung, fragen sich also, wie solche Artikel am besten aufgebaut sein sollten und wie man sie online strukturiert nutzen kann. Zudem befassen sie sich mit der Analyse der Sprache. Dazu gehört unter anderem das Erfassen der lexikalischen Struktur authentischen Sprachgebrauchs. Neben derzeit mehr als zehn studentischen Hilfskräften, wird das Projekt zudem von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaften anderer Disziplinen sowie weiteren Personen, welche den Kontakt zwischen dem Projekt und der Gebärdensprachgemeinschaft herstellen, tatkräftig unterstützt.

Wofür braucht man das Projekt?

Das digitale Wörterbuch der deutschen Gebärdensprache besitzt eine große Besonderheit: Es ist das erste korpusbasierte allgemeinsprachliche Wörterbuch der deutschen Gebärdensprache, es geht also von den Gebärden und nicht vom deutschen Wort aus. Damit ist es ein wichtiger Schritt in der Erforschung, Dokumentation und Lehre der deutschen Gebärdensprache. Besonders für die bereits genannte Zielgruppe soll das DW-DGS eine Erleichterung sein und Vorteile bringen, wie zum Beispiel das Vermeiden von Misskommunikation durch regionale Unterschiede. Aber nicht nur das. Es soll auch dadurch, dass es als eine gemeinsame Grundlage für Lehrende und Lernende dient, die deutsche Gebärdensprache für ein größeres Publikum zugänglich und nutzbar machen sowie Standardisierung ermöglichen. Ab seiner Veröffentlichung im Jahr 2023 soll es nach einem 15-jährigen Entwicklungszeitraum also vielen Lernenden als ausführliche Hilfe dienen und den Alltag für Nutzerinnen und Nutzer erleichtern.

Mehr Informationen zum Korpus und Wörterbuch gibt es auf der zugehörigen Homepage des DW-DGS!

Die Autorinnen:

Julia Brümmer-Dauer – studiert im 6. Semester Germanistik und Geographie auf Gymnasiallehramt. Neben ihrem Interesse an Humangeographie begeistert sie sich auch für die Angewandte Linguistik.

Anna-Lisa La Rocca – ist Gymnasiallehramtsstudentin und studiert im 8. Semester Germanistik, Anglistik und Sozialkunde. Wenn sie sich nicht gerade mit dem DW-DGS auseinandersetzt, ist sie Teil der Uni-Zeitung Sprachrohr.

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Im Sprint zu besserer Kommunikation

Ein Projekt aus dem Tätigkeitsfeld Lehren

Die Herkunft und die sozialen sowie kulturellen Voraussetzungen spielen in vielen Bereichen unseres alltäglichen Lebens eine große Rolle. Vor allem aber in der Schule sind die Differenzen in der Leistung aufgrund unterschiedlicher Ausgangspunkte gravierend. Differenzen in Bildungsstand und kommunikativen Fähigkeiten machen sich insbesondere in Fachbereichen bemerkbar, die stark auf Kommunikation beruhen. So auch im Fach Deutsch: Hier bemerken viele Lehrkräfte große Unterschiede in der Kommunikationskompetenz ihrer Schülerinnen und Schüler, die auf Bildungsbenachteiligungen schließen lassen.

Können Angewandte Linguistinnen und Linguisten hier helfen? Auf jeden Fall, findet Prof. Dr. Miriam Morek. Deshalb ist sie im Projekt „Sprint“ aktiv. Sprint ist ein Projekt, das Linguistinnen und Linguisten sowie Lehrerinnen und Lehrer vereint, und Konzepte entwickelt, die Sprachförderung verbessern sollen. Das lässt sich auch bereits aus dem vollen Namen des Projekts ableiten: Sprint – Sprachbildung interaktiv.

„Im Projekt geht es uns darum, die Gesprächskompetenz der Lehrkräfte zu schulen. Die Förderung von Kommunikationskompetenz bzw. Kommunikationstrainings sind ja ganz klassische Untersuchungsbereiche oder Anwendungsbereiche der Angewandten Linguistik. Uns geht es vor allem um eine Kommunikationsschulung der Lehrkräfte, aber eben mit dem Ziel, dass die Inhalte auch aus sprachdidaktischer Sicht tragfähig sind und bei den Schülerinnen und Schülern wirklich ankommen. Deswegen ist es vielleicht, kann man sagen, gleich eine doppelte Anwendungsperspektive.“

Ein Projekt für den Schulalltag

In diesem Kontext ist auch das Projekt Sprint entstanden.

Im Fokus des Projekts Sprint steht die alltägliche Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden im Unterrichtsgespräch. Das Projekt setzt bei der Schulung der Lehrkräfte an, indem Gesprächswerkzeuge, also Tipps und Tricks für die Gestaltung, entwickelt werden, mit denen die Unterrichtsgespräche zum Training der Diskursfähigkeit von Schülerinnen und Schülern genutzt werden können. Hieraus soll auf lange Sicht die Kommunikationskompetenz der Lernenden in der Sekundarstufe verbessert werden – und gleichzeitig auch ein Abbau der Benachteiligungen durch soziale Ungleichheiten erreicht werden.

„Schlechte Unterrichtsgespräche sind ein typisches Alltagsproblem von Lehrkräften, aber auch von Schülerinnen und Schülern. Aus der interaktions- und gesprächsanalytischen Forschung zu Unterrichtsgesprächen weiß man: Der Lehrer hat sehr viel Redeanteil. Meist sind es dreischrittige Sequenzen: Der Lehrer stellt eine Frage, der Schüler antwortet, der Lehrer evaluiert. Es entsteht eigentlich kein wirkliches gemeinsames Nachdenken über die Fachgegenstände mittels Sprache.“

Und so soll die linguistische Lösung klappen

Ein komplexes Problem, das das Projekt aktiv anzugehen versucht. Zunächst wurde eine Grundlage für das Projekt geschaffen. Die 13 teilnehmenden Lehrkräfte aus unterschiedlichen Schulen wurden interviewt. Der gesprächslinguistische Befund wurde bestätigt, auch aus diesen Interviews ging hervor, dass die Unterrichtsgespräche zu monoton ablaufen: Lehrkraft und Lernende tauschen lediglich Fragen und Antworten aus. Es kommt meist nicht zu einem argumentativen Austausch zwischen den Parteien, sondern lediglich zu stichwortartigen fachlichen Kurzgesprächen. Als Lösung bieten die Angewandten Linguistinnen und Linguisten von Sprint einen Werkzeugkoffer für Lehrkräfte an, der verschiedene Tools enthält, die ein argumentatives Unterrichtsgespräch ermöglichen.

„Dieses Problem kann man beheben, indem man die Lehrkräfte schult, aus diesem typischen Mustern der Unterrichtskommunikation auszubrechen und die bewusst anders zu moderieren und anders zu gestalten.“

,meint Prof. Dr. Miriam Morek.

Innerhalb von zwei Jahren organisierten sie und ihre Kolleginnen und Kollegen sechs Workshops für Lehrerinnen und Lehrer. Diese dienten dazu, in einem geschützten Raum anhand von Einzelcoachings via Video die Ideen der Lehrkräfte im Unterrichtsgeschehen zu erproben und weiterzuentwickeln. In den darauffolgenden praktischen Phasen konnten die Lehrkräfte die erlernten Praktiken im Unterricht anwenden. Die Unterrichtsgespräche wurden gefilmt und durch die Mitarbeitenden des Projekts qualitativ und quantitativ analysiert. Auf jede gefilmte Unterrichtssequenz folgte ein Feedback.

Das Projekt wird durch eine Konzeptentwicklung abgeschlossen, die festlegt, wie Sprint nachhaltig auch über die Grenzen des Lehrkraft-Netzwerks hinaus in den Schulen verankert werden kann. Prof. Dr. Miriam Morek und die anderen Projektmitwirkenden setzen sich dafür ein, dass auch Schulen, die nicht am Projekt beteiligt waren, Zugang zu den Erklärvideos und weiteren Projektmaterialien erhalten, um die Konzepte in ihren Schulalltag zu implementieren. Zudem hospitieren am Projekt beteiligte Lehrkräfte bei Kolleginnen und Kollegen und an anderen Schulen.

Wer noch mehr erfahren will, ist herzlich eingeladen, auf der Webseite des Projekts vorbeizuschauen!

Vielen Dank an Prof. Dr. Miriam Morek, die sich für diesen spannenden Blogbeitrag interviewen ließ und wertvolle Einblicke in das Projekt und die zukünftige Umsetzung der entstandenen Konzepte in den Unterrichtsalltag an den Schulen lieferte!

Zur Autorin:

Isabell Neumann, Lehramtsstudentin für Gymnasium mit den Fächern Deutsch, Englisch und Latein.

Lieblingszitat: „Lehrer wird man nicht. Lehrer muss man sein, um es zu werden“ (Paul Esser) – möchte einmal eine nahbare Lehrerin sein und kein eiskalter Stein.

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Lehren lernen, über Lehren forschen

Angewandte Linguistik und das Tätigkeitsfeld Lehren

Wenn wir an Lehren denken, fällt uns in erster Linie wohl die Tätigkeit als Lehrkraft ein. So ziemlich alle sind schon einmal in einer Unterrichtssituation gewesen, sie sind aus unserem alltäglichen Leben nicht wegzudenken. Dabei tummeln sich auch im Tätigkeitsfeld Lehren Angewandte Linguistinnen und Linguisten und arbeiten daran, den Alltag für alle zu verbessern.

Dabei lehren Linguistinnen und Linguisten nicht zwingend selbst, sondern unterstützen die Lehrenden dabei, wirksame Konzepte für den Unterricht zu entwickeln, die über das bloße Vermitteln von Sprache hinausgehen und eigenständiges Lernen fördern. Dies geschieht unter anderem durch die Mitwirkung an Schul- oder Lehrbüchern – und wir alle hatten schon einmal ein Schulbuch in der Hand, auch wenn es vielleicht ein paar Jahre her ist. 😉

Was bedeutet nun das Lehren von Sprache für die Angewandte Linguistik?

Die Angewandte Linguistik hat sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, sich mit den Aneignungs- und Vermittlungsprozessen der Sprache zu beschäftigten und das vom L1-Erwerb bis hin zur Erwachsenenbildung. Der Bereich des Lehrens geht jedoch weit über reines Vermitteln von Sprachwissen als konkrete Lehrtätigkeit hinaus. Viele weitere Elemente, wie die Verbesserung der Sprach- und Kommunikationskompetenz und die fachdidaktische Forschung, gehören zum Lehren in der Angewandten Linguistik. Die Kommunikationskompetenz erstreckt sich hierbei von der nonverbalen bis zur multimodalen Kommunikation, die nicht nur das gesprochene Wort, sondern auch die Mimik, Gestik und die Verknüpfung der geschriebenen und gesprochenen Sprache in den Blick nimmt. In Zeiten wie heute, mit fortschreitender Digitalisierung, wird zudem der Einsatz von Technik in der Sprachvermittlung immer wichtiger.

„Der beste Lehrer ist jener, der sich nach und nach überflüssig macht.“

George Orwell

Wie kann denn beim Lehren unterstützt werden?

Gute Lehrerinnen und Lehrer, wie Orwell sagt, machen sich im besten Fall tatsächlich irgendwann überflüssig. Vor allem, wenn die Schülerinnen und Schüler gelernt haben, sich selbstständig weiterzubilden. Linguistinnen und Linguisten sind währenddessen jedoch unentbehrlich. Ihre Arbeit ist in vielen Bereichen notwendig und erfordert eine stetige Weiterentwicklung. Lehrkräfte vermitteln Schülerinnen und Schülern während ihrer schulischen Laufbahn Wissen und helfen ihnen, Lernstrategien zu erwerben und anzuwenden, welche sie ihr ganzes Leben lang brauchen werden. Linguistinnen und Linguisten helfen dabei, dieses Sprachwissen und die benötigten Lernmaterialien zum Erlernen solcher Strategien bereitzustellen. Sie sind also unverzichtbar für den sprachgebundenen Lernprozess und das nicht nur in der Schule.

Überall dort, wo Wissen vermittelt wird, kann man Linguistinnen und Linguisten bei der Arbeit finden. Hierbei geht es heutzutage vor allem um die Entwicklung und Erprobung von digitalen Ressourcen und mediendidaktischen Konzepten für den Sprachunterricht und den Schulunterricht allgemein. Auch an der Entwicklung von Schulbüchern, Lehrbüchern und Wörterbüchern wirken Linguistinnen und Linguisten mit. Dabei werden verschiedenste Aspekte bestimmter Problemstellungen der Linguistik behandelt. Hierunter fallen die historische Linguistik mit Sprachentwicklung, Etymologie und Sprachwandel sowie im Bereich der Soziolinguistik die Standardsprache vs. Gruppen- oder Fachsprache und Sprachnormproblematik. Zudem kann die Psycholinguistik, mit kognitiven und emotiven Aspekten, hier mit einwirken, ebenso wie Syntax, Semantik und Pragmatik der Gegenwartssprache.

Wo arbeiten Angewandte Linguistinnen und Linguisten?

Die Arbeitsbereiche einer Linguistin und eines Linguisten sind weit gefächert. Um nur wenige zu nennen, die sich besonders auf das Tätigkeitsfeld Lehren beziehen, wären einmal die bereits angesprochene direkte Zusammenarbeit mit Schulen und Universitäten beim Erstellen und Verbessern von Lehrbüchern oder Schulbüchern zu nennen. Bei der Konzeption und Durchführung von Workshops und Schulungen sind Linguistinnen und Linguisten ebenfalls tätig. Sie beschäftigen sich unter anderem mit Dialekten, Sprachbarrieren, der Optimierung von Kommunikation, ebenso wie journalistisches Schreiben und Sprechen oder mit dem Einsatz von Print-, Funk- und Computermedien.

Es ist äußerst wichtig, Prozesse des Spracherwerbs und des Erlernens von kommunikativen Fähigkeiten zu untersuchen und weiterhin zu fördern. Deshalb sind Angewandte Linguistinnen und Linguisten essenziell für Schulen, Universitäten und zahlreiche andere Lernkontexte und forschen mit dem Ziel, Sprachlern- und Sprachlehrprozesse zu verbessern. Das Tätigkeitsfeld Lehren der Angewandten Linguistik begegnet uns eben tagtäglich überall, wo Wissen vermittelt wird.

Zur Autorin:

Cora Büchler, Studentin für Gymnasiallehramt mit den Fächern Deutsch, Sozialkunde und Geschichte. Verliebt in Würzburg und in den Beruf der Lehrkraft. Hat sich zum Ziel gesetzt, eine „coole“ Lehrerin zu werden!

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So arbeitet die Angewandte Linguistik!

Angewandte Linguistik ist eine sprachwissenschaftliche Forschungspraxis. Auf der Basis linguistischer Expertise sucht sie Lösungen für sprachliche oder sprachbezogene Probleme in Gesellschaft, Wirtschaft oder Politik. 

In unserem heutigen Blogbeitrag stellen wir Ihnen vor, wie so ein typischer angewandt-linguistischer Forschungsprozess abläuft!

Ausgangspunkt: Real World Problems 

An den verschiedensten Stellen und zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten können in Gesellschaft, Wirtschaft oder Politik Probleme auftreten, die Sprache und/oder Kommunikation betreffen: Heißt es der Blog oder das Blog? Ist Vokabeln pauken wirklich die beste Methode, eine neue Sprache zu erlernen? Wie kann die Kommunikation zwischen Arzt/Ärztin und Patient/Patientin verbessert werden? Uvm.

Solche Fragen werden entweder von gesellschaftlichen Akteuren an die Angewandte Linguistik herangetragen oder von ihr vorausschauend erkannt.

Angewandte Linguistik verwendet sprachwissenschaftliche Expertise und sprachwissenschaftliche Methoden   

Angewandte Linguistinnen und Linguisten müssen zunächst klären, inwiefern das vorliegende gesellschaftliche Problem eigentlich ein sprachliches oder sprachbezogenes Problem ist. Dazu verwandeln sie die Real-World-Fragestellung in eine sprachwissenschaftliche Forschungsfrage. Sie überlegen also, welche Aspekte der Sprache bzw. welche Bereiche des Sprachsystems betroffen sind und wie man diese analysieren kann.

Es schließt sich nun der konkrete sprachwissenschaftliche Forschungsprozess an. Dabei müssen Angewandte Linguistinnen und Linguisten je nach Problem auf Erkenntnisse und Methoden aus verschiedenen sprachwissenschaftlichen Einzeldisziplinen zurückgreifen.

Der angewandt-linguistische Forschungsprozess wirkt so auch auf die linguistischen Einzeldisziplinen zurück. Je nach Forschungsfrage werden sprachwissenschaftliche Theorien und/oder Methoden weiterentwickelt (ggf. auch: neu entwickelt).

Am Ende steht zunächst ein sprachwissenschaftliches Forschungsergebnis. Dieses muss nun wieder auf das Real World Problem bezogen und damit tauglich für Gesellschaft, Wirtschaft oder Politik gemacht werden.

Es kann natürlich auch passieren, dass die Frage- oder Problemstellung aus rein linguistischer Perspektive nicht zufriedenstellend bearbeitet werden kann. Dann kooperieren Angewandte Linguistinnen und Linguisten auch mit anderen Disziplinen wie zum Beispiel der Soziologie oder Psychologie und arbeiten somit interdisziplinär

Ziel: Real World Solutions 

Am Ende eines angewandt-linguistischen Forschungsprozesses steht ein für die Gesellschaft verwertbares Ergebnis, also eine Lösung oder ein Lösungsvorschlag. Diese Lösung kann entweder selbständig von den Auftraggeberinnen und Auftraggebern umgesetzt werden oder es entsteht eine langfristige Zusammenarbeit zwischen Linguistinnen und Linguisten und Akteuren aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.

Das ist alles noch ganz schön abstrakt? Stimmt! Deshalb stellen wir Ihnen in den kommenden Wochen verschiedene angewandt-linguistische Projekte vor. Lassen Sie sich überraschen!

Ihr

#galwue-Blogteam

In unserem #galwue22-Blogprojekt setzen wir es uns wieder zum  Ziel, Ihnen Einblicke in die Vielfalt Angewandter Linguistik zu geben. 

Dazu entwerfen wir, Lehramts- und Bachelorstudierende der Universität  Würzburg, Blogbeiträge zu verschiedenen Aspekten der Angewandten  Linguistik mit Alltagsbezug. Diese veröffentlichen wir hier Woche für Woche.

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Angewandte Linguistik im Alltag

Linguistik begegnet uns in unserem Alltag?

Wir sind in unserem alltäglichen Leben ständig von Sprache umgeben und dabei ist die Kommunikation oft gar nicht so selbstverständlich, wie wir uns das im ersten Moment vorstellen. Bankfinanzierung, Behördengänge, Arztgespräche, Lohnsteuererklärung – alles mit Sprache verbunden und irgendwie gar nicht so leicht. Mit der Sprache einhergehend, ist auch die Sprachwissenschaft in unserem Alltag stets gegenwärtig. Denn angewandte Linguistinnen und Linguisten kümmern sich lösungsorientiert um unsere sprachlichen Probleme (und Problemchen), um die Verständigung zu verbessern und uns letztendlich den Alltag zu erleichtern.

Klar, die machen doch bestimmt diese Ratgeber!

Viele denken bei Angewandter Linguistik im Alltag vielleicht erst einmal an Unterstützung für unser aller Auftreten. Sie wissen schon, die vielen bunten Ratgeber, die Ihnen versprechen, Sie souveräner und erfolgreicher zu machen. Diese Ratgeber beschäftigen sich damit, was, wo und wie Sie etwas sagen sollen, also dem Stil Ihrer Sprache, sowohl schriftlich als auch mündlich, sodass Sie für jede Situation und jeden Kontext gewappnet sind.

Doch diese sprachliche Beratung ist nur ein kleiner Teilbereich der Angewandten Linguistik in unserem Alltag – Es versteckt sich noch viel mehr um Sie herum. Wie Sie im Blog von letzter Woche bereits gelesen haben, lassen sich Angewandte Linguistinnen und Linguisten in ganz verschiedenen Tätigkeitsfeldern finden:

Sie lehren Sprache und Sprachwissen.

Sie diagnostizieren und therapieren sprachliche Störungen.

Sie klären über sprachbezogene Probleme in der Gesellschaft auf.

Sie beraten zu sprachbezogenen Problemen und zeigen Lösungsstrategien auf.

Sie professionalisieren die Sprachverwendung in beruflichen Zusammenhängen.

Sie dokumentieren den gesprochenen und geschriebenen Sprachgebrauch.

Angewandte Linguistik begegnet uns oft im alltäglichen Leben

Neben der eben bereits angesprochenen sprachlichen Beratung gibt es noch viele weitere Tätigkeitsbereiche der Angewandten Linguistik, die für Sie Real World Solutions für Real World Problems suchen, hier ein paar Beispiele:

Linguistinnen und Linguisten im Bereich „Lehren“ unterstützen Kinder und Erwachsene im Aufbau von sprachlichen Kompetenzen, sowohl für die Muttersprache als auch für den Fremdsprachenerwerb.

Das Tätigkeitsfeld „Diagnostizieren und Therapieren“ unterstützt die Medizin im Bereich Sprache und Sprechen. So sollen neue Grundlagen für Therapien bei kognitiv, psychisch oder physisch eingeschränkten Menschen geschaffen werden, um deren Alltag einfacher zu gestalten.

Der Tätigkeitsbereich „Aufklären“ deckt Muster und Probleme in unserem eigenen Sprachgebrauch und in sprachlichen Äußerungen um uns herum auf. Es werden Strategien vermittelt, um mit schwierigen Situationen, wie dem Erkennen von Fake-News, besser umgehen zu können.

Beim „Professionalisieren“ geht es um professionelles Sprachhandeln in beruflichen Kontexten. So können Angewandte Linguistinnen und Linguisten dafür sorgen, Inhalte verständlicher zu gestalten, um die Zusammenarbeit mehrsprachiger Teams zu erleichtern.

Zu guter Letzt kann man noch den Tätigkeitsbereich „Dokumentieren“ abgrenzen, der einen Ausschnitt der Sprache erst einmal sammelt zum Beispiel in Wörterbüchern. Durch die Dokumentation unserer Sprache können viele Muster und potentielle Problembereiche sprachlichen Handelns überhaupt erst gefunden und aufgezeigt werden.

Angewandte Linguistik begegnet uns sogar noch öfter im Alltag

Und das waren nur wenige Beispiele dafür, in welchen Bereichen uns Angewandte Linguistik im Alltag begegnen kann. Sprache ist stets im Wandel und so muss auch der Bereich der Angewandten Linguistik mit seinen Forscherinnen und Forschern flexibel bleiben – oder wer will schon Briefe wie in einem Ratgeber aus den 80ern schreiben? Die Situationen unserer alltäglichen Probleme und der nötigen Lösungen sind und bleiben also vielseitig.

Wir haben Sie am Dienstag über Instagram gefragt, wo uns Ihrer Meinung nach Angewandte Linguistik im Alltag begegnet, hier sind einige Ihrer Antworten:

„Beim Gendern und den zugehörigen Regeln“

„In Sachen Marketing und Unternehmenskommunikation“

„Bei der Ausprägung verschiedener Dialekte“

Das passt doch eigentlich ganz gut zusammen, finden Sie nicht? Zu welchem der sechs Tätigkeitsfelder Angewandter Linguistik Sie die Antworten zählen würden, überlassen wir Ihnen.

Am 02.06.2022 kommt hier der erste studentische Beitrag zu unserem neuen #galwue22-Blogprojekt. Wir freuen uns, wenn Sie uns weiter Ihr Interesse schenken!

Bis dann!

Ihr #galwue-Blogteam

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Was ist Angewandte Linguistik?

Angewandte Linguistik ist … Linguistik

Linguistik (= Sprachwissenschaft) ist die wissenschaftliche Disziplin, die sich mit den Themen Sprache, Sprechen und Schreiben beschäftigt. Dabei interessiert sich die Sprachwissenschaft entweder für Sprache allgemein, für Sprachvergleiche oder für Einzelsprachen. In den sprachwissenschaftlichen Teildisziplinen werden verschiedene Aspekte der Sprache untersucht. Mit den verschiedenen Lauten, die in einer Sprache vorkommen, beschäftigt sich beispielsweise die Phonologie. Wie Wörter aufgebaut sind, untersucht die Morphologie. Die Graphematik interessiert sich dafür, wie das Schriftsystem funktioniert. Die Syntax beschäftigt sich mit Sätzen, die Textlinguistik mit Texten. Und die Pragmatik fragt danach, wie Sprache eigentlich in bestimmten Kontexten verwendet wird. Und es gibt noch viel mehr Bereiche, die wir hier natürlich nicht alle aufzählen können!

Angewandte Linguistik ist eine sprachwissenschaftliche Forschungspraxis

Angewandte Linguistik ist nun aber keine weitere Teildisziplin der Sprachwissenschaft wie zum Beispiel die Phonologie oder die Morphologie. Vielmehr handelt es sich bei der Angewandten Linguistik um eine sprachwissenschaftliche Forschungspraxis. Das heißt, dass die Angewandte Linguistik sich über ihr grundsätzliches Forschungsinteresse definiert und eben nicht über einen konkreten Untersuchungsgegenstand oder konkrete Untersuchungsmethoden. Was ist dieses Forschungsinteresse?

Angewandte Linguistik beschäftigt sich mit Real World Problems 

Angewandte Linguistik interessiert sich für Kommunikationsprozesse im lebensweltlichen Alltag und in beruflichen Zusammenhängen. Sie widmet sich damit Fragestellungen, die von gesellschaftlicher, wirtschaftlicher oder politischer Relevanz sind. Kurz gesagt: Sie sucht auf der Basis ihrer sprachwissenschaftlichen Expertise Real World Solutions für Real World Problems.

Angewandte Linguistik ist selbst theorie- und methodenbildend

Angewandte Linguistik wirkt auch auf die (nicht-angewandte) Sprachwissenschaft zurück: Untersuchungen zu Real World Problems erlauben natürlich die Weiterentwicklung sprachwissenschaftlicher Theorien und Methoden. Auch neue Forschungsthemen können so in verschiedene linguistische Einzeldisziplinen eingebracht werden.

Angewandte Linguistik ist vielseitig

Angewandte Linguistinnen und Linguisten suchen Lösungen zu den verschiedensten gesellschaftlichen Problemen: Das können sprachliche Hürden beim Fremdsprachenerwerb oder in Inklusionsprozessen sein, aber auch ineffiziente Kommunikationsabläufe in Wirtschaftsunternehmen.

Diese Fülle an Themen, Fragestellungen, Methoden und Untersuchungszuschnitten zu gliedern und zusammenzufassen ist fast unmöglich. In vielen Einführungs- und Übersichtswerken zur Angewandten Linguistik findet man daher anstelle einer Definition lange Auflistungen einzelner Forschungsbereiche und Untersuchungsinteressen, immer mit dem Hinweis, die Liste sei nicht vollständig und erweitere sich laufend.

Wir haben uns einen anderen Weg überlegt, wie sich die bunte Vielfalt der Angewandten Linguistik fassen lässt. In unseren Blogprojekten fragen nicht nach einzelnen Forschungsbereichen, sondern wir fragen: Was machen Angewandte Linguistinnen und Linguisten eigentlich?

Und das hier ist unsere Antwort:

Sie lehren Sprache und Sprachwissen.

Sie diagnostizieren und therapieren sprachliche Störungen.

Sie klären über sprachbezogene Probleme in der Gesellschaft auf.

Sie beraten zu sprachbezogenen Problemen und zeigen Lösungsstrategien auf.

Sie dokumentieren den gesprochenen und geschriebenen Sprachgebrauch.

Sie professionalisieren die Sprachverwendung in beruflichen Zusammenhängen.

Diese sechs Tätigkeitsfelder haben wir Ihnen im letzten Jahr bereits auf unserem Blog vorgestellt. Hier finden Sie einen Überblick über alle vergangenen Blogbeiträge. Und weil’s so schön war, haben wir für dieses Jahr gleich das nächste Blogprojekt auf die Beine gestellt!

Dabei wird der Fokus auf der Angewandten Linguistik im Alltag liegen. Gemeinsam mit Studierenden wird Ihnen vorgestellt, wo uns die Angewandte Linguistik im Alltag überhaupt begegnet, wie Angewandte Linguistinnen und Linguisten unseren Alltag erleichtern können, und welche interessanten Aspekte die Angewandte Linguistik allgemein für uns bereithält.

Freuen Sie sich auf spannende Projekte zu den sechs Tätigkeitsfeldern sowie tiefere Einblicke in die Arbeit mit Angewandter Linguistik!

Wir freuen uns, wenn Sie dabeibleiben!

Viel Spaß

Ihr

GAL WUE -Blogteam

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Die Gesellschaft für Angewandte Linguistik e. V.

In der letzten Woche haben wir hier ein kleines Quiz zur GAL präsentiert. Heute erfahren Sie, welche Antworten richtig sind – und lernen dabei die tagungsausrichtende Fachgesellschaft (noch) besser kennen.

Die erste Frage haben wir bereits mit dem Titel beantwortet: Hinter der Abkürzung GAL verbirgt sich natürlich die Gesellschaft für Angewandte Linguistik e. V.!

Die GAL wurde 1968 gegründet – als selbständiger deutscher Verband innerhalb der AILA, der Association Internationale de Linguistique Appliquée/International Association of Applied Linguistics. Als deutsche Interessensvertretung der Angewandten Linguistik gestaltet sie die Entwicklung dieser Disziplin auf allen Gebieten aktiv mit. Sie bündelt angewandt-linguistische Initiativen und Aktivitäten, die sich mit Kommunikationsprozessen und -problemen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik beschäftigen. In der Satzung wird die Zielsetzung wie folgt beschrieben:

Die Gesellschaft hat den Zweck, Wissenschaft und Forschung zu fördern und insbesondere die Entwicklung auf allen Gebieten der Angewandten Linguistik in der Bundesrepublik voranzutreiben und zu koordinieren, den Austausch wissenschaftlicher Informationen, Erfahrungen und Ergebnisse zu unterstützen sowie die Zusammenarbeit der hieran interessierten Personen und Institutionen auf nationaler und internationaler Ebene zu intensivieren.

Satzung der GAL e. V., §2 (1) – hier einsehbar.

Heute ist die GAL aus der (linguistischen) Forschungslandschaft nicht mehr wegzudenken. Im letzten Jahr betonte der amtierende GAL-Präsident Prof. Dr. Markus Bieswanger:

Die inhaltliche Arbeit der GAL wird von den sogenannten Sektionen umgesetzt. Die Anzahl und Struktur der Sektionen wird in größeren Zeitabständen an aktuelle Entwicklungen und Erfordernisse angepasst. Aktuell gibt es die folgenden 15 Sektionen: Fachkommunikation, Gesprächsforschung, Interkulturelle Kommunikation, Lexikographie, Mediendidaktik und Medienkompetenz, Medienkommunikation, Mehrsprachigkeit, Migrationslinguistik, Phonetik und Sprechwissenschaft, Schreibwissenschaft, Soziolinguistik, Sprachdidaktik, Sprachkritik, Textlinguistik und Stilistik und Übersetzungs- und Dolmetschwissenschaft. Diese Sektionen werden im September in Würzburg zu verschiedenen Themenbereichen der Angewandten Linguistik tagen. Die Themen können Sie im Einladungsheft anschauen.

Die GAL gibt außerdem verschiedene Publikationen heraus. In der Buchreihe Forum Angewandte Linguistik (F.A.L.) werden Monografien und Sammelbände zu verschiedenen aktuellen Themen der Angewandten Linguistik publiziert. Kürzlich ist der 68. Band erschienen, in den Sie dank Open-Access-Zugang einfach mal reinblättern können:

Sie wollen auch die anderen 67 Bände sehen? Ein Klick aufs Bild bringt sie zur Reihenübersicht der F.A.L.

Zweimal im Jahr erscheint außerdem die Zeitschrift für Angewandte Linguistik (ZfAL). Mit der Zielsetzung, die Angewandte Linguistik in ihrer Gesamtheit zu repräsentieren und Impulse für den wissenschaftlichen Diskurs in allen angewandt-linguistischen (Teil-)Disziplinen zu geben, werden dort Aufsätze zu ganz verschiedenen Themen der Angewandten Linguistik veröffentlicht – in der neuesten Ausgabe (Band 76, April 2022) geht es beispielsweise um:

Neugierig? Ein Klick aufs Bild bringt Sie zum Webauftritt der ZfAL!

Mitglieder hatten bei dieser Frage übrigens einen kleinen Wettbewerbsvorteil: Alle GALierinnen und GALier erhalten kostenlosen Zugang zu allen Ausgaben der ZfAL. Außerdem erhalten sie eine ermäßigte Teilnahmegebühr für die Jahrestagungen der GAL – also auch die #galwue22. Und Rabatte auf den Abonnementpreis linguistischer Fachzeitschriften gibt es auch noch. Neidisch? Werden Sie doch auch Mitglied!

Mitglied werden können alle Personen und Institutionen, die die Ziele der GAL unterstützen und an der Erforschung von Kommunikationsprozessen und der Entwicklung von Lösungen für sprachliche Probleme interessiert sind – zum Beispiel Forscherinnen und Forscher der Angewandten Linguistik, Studierende, Institutionen wie zum Beispiel Sprachzentren oder Verlage und Praktizierende in den Tätigkeitsbereichen der Angewandten Linguistik, wie beispielsweise Sprachlehrerinnen und -lehrer, Sprachtherapeutinnen und -therapeuten, Übersetzerinnen und Übersetzer, Journalistinnen und Journalisten, Politikberaterinnen und -berater uvm.

Die GAL verleiht jedes Jahr einen Preis für herausragende Arbeiten von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern. Der GAL-Förderpreis wird alle zwei Jahre zur Unterstützung eines laufenden Forschungsvorhabens aus dem Bereich der Angewandten Linguistik vergeben, das einen besonders deutlichen Anwendungsbezug erkennen lässt. Die letzte Preisträgerin haben wir im letztjährigen Blogprojekt kurz vorgestellt (hier). Abwechselnd, ebenfalls alle zwei Jahre, wird der Nachwuchspreis „Berufliche Kommunikation“ vergeben, mit dem Abschlussarbeiten ausgezeichnet werden, die hohe fachliche Qualität mit einem eindeutigen Praxisbezug im Themenfeld „Berufliche Kommunikation“ verknüpfen. 2021 erhielten Dr. Alexander Holste und Patrizia Brosi Nachwuchspreise.

So, jetzt sind Sie auf jeden Fall GAL-Profi!

Ihr GAL-WÜ-22-Organisationsteam

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Sind Sie schon GAL-Profi?

Zur optimalen Tagungsvorbereitung haben wir für Sie ein kleines Quiz zusammengestellt. Sind Sie schon ein echter GALier bzw. eine echte GALierin? Finden Sie’s heraus!

Aufwärmfrage: Wofür steht die Abkürzung GAL?

(a) Germanistische Angewandte Linguistik

(b) Ganzheitlich-achtsame Linguisten

(c) Gesellschaft für Angewandte Linguistik

Wann wurde die GAL gegründet?

(a) 1960

(b) 1964

(c) 1968

Wie viele Sektionen gibt es aktuell?

(a) 14

(b) 15

(c) 16

Welche dieser angewandt-linguistischen Arbeitsbereiche sind aktuell keine GAL-Sektionen?

(a) Migrationslinguistik

(b) Computerlinguistik

(c) Soziolinguistik

(d) Internetlinguistik

(e) Psycholinguistik 

Wie nennt sich die Buchreihe der GAL?

(a) Forschungsfragen der Linguistik (F.d.L)

(b) Forum Angewandte Linguistik (F.A.L)

(c) Linguistik Aktuell (L.A.)

In welchem Zeitintervall erscheint die ‚Zeitschrift für Angewandte Linguistik‘ (ZfAL)?

(a) Zweimal jährlich

(b) Viermal jährlich

(c) Monatlich

Wer kann alles Mitglied der GAL werden?

(a) Forscherinnen und Forscher der Angewandten Linguistik

(b) Studierende

(c) Praktizierende im Tätigkeitsbereich der Angewandten Linguistik

(d) Institutionen wie z. B. Sprachenzentren und Verlage

In welchem Zeitabstand wird der ‚GAL-Förderpreis‘ verliehen?

(a) Jährlich

(b) Alle 2 Jahre

(c) Alle 4 Jahre

Welche Themen werden im letzten Heft der ‚Zeitschrift für Angewandte Linguistik‘ (ZfAL, Heft 76) behandelt?

(a) Diskursrealisationen in Online-Foren – Lexikalische Kompetenz – Mehrsprachigkeitsdidaktik im Fremdsprachenunterricht – Dialogische Textkompetenz Studierender

(b) Schoolscape-Forschung – Mehrsprachigkeit in Schulbüchern – Schreibflüssigkeit im Medienvergleich – Nativierung des Standarddeutschen

(c) Interaktionale Bearbeitung sozialer Konflikte – Bewertung von Sprachvariation bei Lehrenden – Abgrenzungsäußerungen von Virologinnen und Virologen  – Geschlechtersensibler Sprachgebrauch im Wahlkampf

Welche Vorteile genießen GAL-Mitglieder?

(a) Eine ermäßigte Teilnahmegebühr für die Jahrestagungen der GAL

(b) Rabatte auf den Abonnementpreis linguistischer Fachzeitschriften 

(c) Kostenlosen Bezug der Zeitschrift für Angewandte Linguistik (ZfAL)

Und, sind Sie GAL-Profi? Die Auflösung gibt’s in der nächsten Woche! Wer jetzt schon neugierig ist, kann sich auf der Webseite der GAL e. V. informieren. Ein Klick aufs Bild bringt Sie dorthin: